oder: Wir holen die Theorie in die Praxis
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| Nur ein Auge? Oder.... |
Kürzlich erst habe ich einen Artikel zum Thema unterschwelliger Bewusstseinsmanipulation veröffentlicht. Dort habe ich die Grundlagen dargelegt, warum unterschwellige, also vom Tagesbewusstsein nicht realisierte, Bilder bzw. Botschaften trotzdem einen Einfluss auf uns ausüben. Wer den Artikel noch nicht gelesen hat, dem sei an dieser Stelle empfohlen, das nachzuholen. Hier soll nämlich nur auf eine Reklame eingegangen werden, die sich an der Wand der U-Bahn Haltestelle der Essener Universität befindet. Viele der theoretischen Aspekte, die zuvor besprochen wurden, können in diesem Werbeplakat wiedergefunden werden.
Das Original
Am besten guckt jeder erstmal selber, was er in dem folgenden Bild erkennen kann. Möglicherweise ist das auch mehr, als ich in der darauffolgenden Abbildung hervorheben konnte. Dann bitte ich um einen kurzen Kommentar oder eine persönliche Nachricht.
Die tabuisierten Attraktoren
Erläuterungen
Wie wir in dem zur Verdeutlichung bearbeiteten Bild erkennen können, befindet sich zumindest über dem rechten Auge der Figur ein großer Penis. Wenn man das Original genauer betrachtet, wird man feststellen, dass keine Linie hinzugefügt wurde, die nicht schon angedeutet gewesen wäre. Auf der linken Seite sind nicht alle Linien vorhanden, die auf der rechten Seite nachgezeichnet werden konnten. Trotzdem erinnerte mich die Form schon, bevor ich den eindeutigsten aller Striche zu Hause am PC entdeckte, an einen Penis.
Der Mund wurde von mir mit einem Viereck hervorgehoben. Wenn man genau hinsieht, erkennt man auch dort eine sexuelle Abbildung. Auf der Unterlippe sind weiße Umrisse eines weiblichen Unterkörpers mit gespreizten Beinen erkennbar.
In der unteren linken Bildecke sieht man, wie die abgebildete Figur einen Apfel in Händen hält. Die merkwürdige Form der Finger zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, doch ich habe keine Mühe in diesem Bildbereich ein Pärchen beim Geschlechtsverkehr zu erkennen, bei welchem der (als männlich gedachte) Hintern von zwei (als weiblich gedachten) Knien eingefasst ist.
Auch die verwendete Sprache erzeugt sexuell konnotierte Assoziationen. Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, das Wort "spritzig" im Zusammenhang mit Getränken zu verwenden, so verfügt das Wort "spritzen", wie die meisten aus Erfahrung wissen, nur über einen äußerst schmalen Übergang von gängiger hin zu sexueller Bedeutung und sorgt so für sich genommen schon häufig für verhaltene Heiterkeit.
Ein weiteres Element, das zumindest nicht aus der Reihe der sexuell interpretierbaren Zeichen tanzt, ist die so genannte Vesica Piscis; also die innen rote und außen gelbe, 'abgerundete Raute'. Man könnte einwenden, dass dieser Zusammenhang sehr weit hergeholt ist. Es ist aber bekannt, dass sogar Sonntagsbrötchen sich nicht zuletzt deswegen so gut verkaufen, weil der solitäre Einschnitt an der Oberseite an das weibliche Geschlechtsorgan erinnert. In dieser kurzen Meldung wird der umgekehrte Zusammenhang hergestellt und gleichzeitig auf eine doch recht bedenkliche Entwicklung hingewiesen, was das moderne Schönheitsideal angeht und, was manch einer bereit ist dafür zu tun... .
Zu guter Letzt sind auf der Flasche noch eine Reihe von an 6en erinnernde Flammen zu sehen. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich behaupte, der Teufel persönlich sei für diese Werbung verantwortlich. In dem vorangegangenen Artikel Verdeckte Botschaften an unser Unterbewusstsein habe ich auch ein Video verlinkt, in welchem geheime Dokumente einer der führenden Werbeagenturen vorgestellt werden. Die Bedeutung tabuisierter Abbildungen wird dort in ihrer Bedeutung für das Kaufverhalten der Zielgruppe hervorgehoben.
Es hat also weniger etwas damit zu tun, dass die Zahl 6(66) mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird sondern, dass die Zahl 6, wegen diesen Umstandes, bei vielen Menschen einen schlechten Ruf genießt. Um das, und anderes hier nur angewendete, zu verstehen, ist es von Vorteil, das Video in meinem vorangegangenen Artikel zu gucken. Dort wird die Thematik ansprechend und mit weiteren Beispielen aufgearbeitet.
Ein nützlicher Verweis
Auf einem amerikanischen Blog zum Thema unterschwelliger Beeinflussung durch Werbung und Filme, erschreckenderweise auch durch Kinderfilme (vor allem von Walt Disney) sind unzählige weitere Beispiele von Werbung zu sehen, die mit einer eindeutig sexuellen Bedeutung geplant wurden. Ich empfehle jedem Zweifler und Interessierten, diese Seite zu besuchen. Teilweise ist es wirklich erschreckend, dass die dort gezeigten Beispiele noch keine Medienlawine der Entrüstung ausgelöst haben. Gerade in einem Land wie den USA, deren Bevölkerung von einem Großteil der westlichen Welt immernoch fälschlicherweise als prüde eingeschätzt wird, sind viele derartige Beispiele zu finden. (Man denke nur an verschiedene MTV-Sendungen, die dieses Vorurteil längst hätten falsifizieren sollen - aber das ist ein anderes Thema.)
http://subliminalmanipulation.blogspot.com/



Vermutlich wird diese Werbung für Leute gemacht, die in ihrem Freundeskreis über "spritzen" und "kommen" lachen.
AntwortenLöschenSelbst wenn der Künstler sexuelle Engpässe zu verarbeiten hat, auf den Auftraggeber und die Aussage hat das keinen direkten Bezug.
Niemand gibt ein Werbebild in Auftrag, auf dem unsichtbare Genitalien verbaut werden sollen. Verrückt!
Hi Rendal, danke für deinen Kommentar!
AntwortenLöschenLeider hast du den Artikel, auf dem dieser hier aufbaut, nicht gelesen - wie es scheint.
Ich möchte dir ans Herz legen, das nachzuholen. Ansonsten ist es nur schwer möglich zu verstehen, wie ich es mir erlauben kann die in diesem Artikel widergegebenen Schlüsse zu ziehen.
Basis-Artikel:
http://imnadewa.blogspot.com/2011/04/verdeckte-botschaften-unser_13.html
LG,
ImNaDeWa