24.04.2011

Die Illusion der Glückseligkeit

oder: Wie Drogen unsere Entwicklung behindern
Drogen sind ein zentraler Bestandteil unserer Kultur. Nicht nur legale Drogen wie Nikotin, Alkohol und Koffein gehören zu unserem Alltag, sondern auch das in jugendlichen Kreisen weithin längst gesellschaftsfähige Marihuana. Auf Werbeplakaten wird für legale Drogen geworben, während Szenefilme wie Grasgeflüster, Lammbock oder Half Baked kaum ein negatives Bild über Cannabis zeichnen. Mittlerweile fehlt in keinem deutschen Film, der auch auf eine jugendliche Zielgruppe hin ausgerichtet ist, eine Szene, in welcher Cannabis konsumiert wird.

Während Cannabis rechtlich gesehen als Einstiegsdroge gilt und gerade von älteren Menschen scharf von unseren akzeptierten Kulturdrogen abgegrenzt wird, gehört es zum guten Ton bei einem Besuch bei Freunden Kaffee und in Gemeinschaft und auf Partys Alkohol zu trinken. Entzieht man sich dieser und ähnlicher Rituale, kann man mit verwunderten Blicken rechnen. Häufig wird der Vorwurf laut, man würde sich keinen Spaß gönnen oder sei ein "Langweiler", da man keinen Alkohol trinkt. Kaum einer Form des Verzichts wird weniger Verständnis entgegen gebracht als dem kategorischen Verzicht auf Alkohol.

Während genannte Gesellschaftsdrogen selten hintrefragt oder abgewiesen werden, bestehen bei Cannabis noch recht viele negative Vorbehalte. Leitfrage diesen Artikels soll sein, welche Gründe für und gegen den Konsum von Cannabis, damit aber auch für und gegen den "Genuss" jeglicher weiterer Drogen sprechen.


Bewusstseinserweiterung und kritisches Denken
Viele Menschen, die Cannabis rauchen, denken, dass sie das dazu gebracht hätte die gesellschaftliche und politische Situation zu hinterfragen. Genau davon war ich früher selbst überzeugt. Mittlerweile denke ich allerdings, dass es nicht die Substanz selbst war, die mein Bewusstsein dahingehend verändert hat. Ich bin davon überzeugt, dass dazu andere Faktoren beigetragen haben.

Meist ist man schon von vornherein dazu veranlagt, vorgegebene Interpretationsschemata und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen, wenn es dazu kommt, dass man Cannabis ausprobiert. Trotz der Einfachheit, mit der man Cannabis in unserer Gesellschaft erwerben kann, trennen einen immer noch die gesellschaftlichen Tabus vor dem erstmaligen Konsum. Wenn der zustande kommt, ist das ein Zeichen dafür, dass man bereit ist, ein gesellschaftliches Tabu zu brechen und eine illegale Droge zu konsumieren.

Denkbar ist aber durchaus, dass die Bereitschaft der Relativierung gesellschaftlich gegebener Umstände durch eigenes Denken nicht dazu führt, dass man ein Tabu im Genussmittelsektor bricht, sondern beispielsweise direkt damit beginnt, Autoritäten im Informationswesen (im weitesten Sinne: Medien, Schule, Erziehung) in Frage zu stellen. Häufig jedoch ist die Neugier auf einen unbekannten Genuss, nicht zuletzt geschürt von zuvor genannten und ähnlichen Filmen, der stärkere Motivator zur ersten krassen Übertretungen der gesellschaftlich vorgegebenen Pfade und damit die potentielle Initialzündung einer intellektuellen Abkopplung (von der Matrix).

Auf diese Übertretung folgt, konsequent weiter gedacht, meist auch eine Relativierung der Politik. Immerhin ist das neue Genussmittel verboten und – wie viele Studien neben der eigenen Erfahrung zu zeigen scheinen - auch noch völlig harmlos. Ein Fehler des Gesetzgebers und gesellschaftlicher Autoritäten: Die bisher wahrgenommene Unfehlbarkeit der Eltern und anderer erzieherischer Instanzen beginnt zu bröckeln.

Andererseits identifiziert man sich in der Regel auch mit dem, was man tut. Ist ein Aspekt des eigenen Handelns plötzlich illegal, entsteht eine Opposition gegenüber den bisherigen Beschützern. Der Freund Polizist wird zum Feind Polizist. Während man sich in seiner Gegenwart bisher sicher fühlte, ist man in derselben Situation plötzlich einer Gefahr ausgesetzt. Man verlässt das warme Nest der Wertegemeinschaft nun schnell, während die Positionierung des Selbst in der Gesellschaft eine radikale Neubewertung erfährt..

Man findet sich in der Situation, dass eine eigenständige Entscheidung richtig gewesen zu sein scheint. Man hat ein harmloses, aber sehr angenehmes Genussmittel gefunden. Doch man erkennt, dass der Gesetzgeber falsch entschieden hat, wenn er das Mittel verbietet. "Hat er denn auch woanders falsch entschieden?" Offensichtlich beachtet er die leicht zugänglichen Studien nicht, die Cannabis sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften zuschreiben. "Ob der Staat auch in anderen Bereichen wichtige Informationen unterschlägt oder unbeachtet lässt?"

Die Fragen hätten sich auch einstellen können, ohne, dass man Cannabis konsumiert. Genauso gut hätte man erst hinter den Betrug von 9/11 blicken können, um daraufhin zu hinterfragen, ob man dem Volk nicht auch in Sachen Drogen etwas vorenthält. Doch wie schon gesagt ist die Neuigier zu einem unbekannten Genuss häufig größer, als der Wunsch boshafte Absichten in den Handlungen der Vaterfigur Staat zu erkennen.

Das häufig angeführte Argument einer Bewusstseinserweiterung stimmt also in Bezug auf politische und vergleichbare Bereiche nicht. Die Steigerung der Kreativität hingegen ist eine tatsächliche Erweiterung, die auf den Wirkstoff zurückzuführen ist. Cannabis entspannt den Körper auch tatsächlich, erzeugt meist gute Stimmung und verschafft einem dadurch eine kleine Auszeit aus dem Alltag, in den man dann vermeintlich gestärkt wieder zurückkehren kann.

Ich bin sicher, jeder Konsument kann viele gute Gründe dafür anführen, warum er Cannabis gerne raucht. Diese Argumente sind meist auch nicht in Frage zu stellen. Die Entspannung ist gerade für gestresste Menschen förderlich und von der Kreativität profitieren Künstler. Ganz zu schweigen von medizinischen Wirkungen, unter welche ich zuerst genannte Effekte allerdings auch einordnen möchte. Denn gegen die Verwendung als Medizin und damit der Anwendung in Ausnahmefällen spricht meiner Ansicht nach nichts, auch wenn nachfolgend ernsthafte Bedenken an der Unschädlichkeit jeglicher Droge auf die psychische und spirituelle Entwicklung dargestellt werden sollen.


Entwicklung ist die Spannung zwischen zwei Polen – unerträglich und erstrebenswert
Baphomet auf dem Personalausweis
Wie wir wissen ist nicht alles, was uns als diese verkauft wird, auch die Wahrheit. Tatsächlich gibt es Facetten unserer Realität, die derart düster sind, dass, sobald man sie einmal erkannt hat, die Priorität der Wahrheitssuche an erste Stelle rückt. Was auf dem Planeten vor sich geht spottet jeglicher Beschreibung und ist so unglaublich, dass ich immer wieder Probleme habe das Ausmaß zu realisieren. Doch es gab Zeiten, in denen lebten wir in vollkommener Ignoranz diesen Themen gegenüber.

Lässt man seine Vergangenheit Revue passieren, in welcher die Welt noch in Ordnung schien, fällt auf, dass das Weltbild immer ein vollständiges, wenn auch im Nachhinein primitives, war. All die Lügen, die einem heute bekannt sind, waren damals nicht offensichtlich. Man hatte andere Emotionen, wenn man die Nachrichten gesehen hat und wenn die Eltern oder Lehrer einem die Welt erklärt haben. Immer, war die Welt eine komplette, in der man höchstens zwischendurch das unbestimmte Gefühl hatte, dass irgendwas nicht stimmen kann.

Betrachte ich meine eigene Vergangenheit und versetze ich mich in bestimmte Situationen zurück, erkenne ich mit meinem aktuellen Bewusstsein, dass ich damals wie in eine Art Schleier gehüllt war. Alles war irgendwie gedämpft, ich konnte meine Vernunft nicht so einsetzen, wie ich es heute kann. Aber in dem Zustand ist mir das nicht aufgefallen. Erst das aktuelle Hintergrundwissen ermöglichte mir diesen Einblick, dass ich einst auf falsche Weise auf die Welt blickte. Und in der Zukunft werde ich ähnlich über die Gegenwart denken.

Das sind die Auswirkungen der Unwissenheit. Selbst Wissende, die danach in Unwissenheit fallen, können das aufgrund des Wesens der Unwissenheit selbst nicht mehr erkennen. Gewisse "illuminierte" Persönlichkeiten sind derart in Unwissenheit gefallen, dass sie nicht mehr wissen, was gut und böse ist. Sie sind jenseits dieser Bewertungsmaßstäbe und darauf auch noch stolz, da sie es als großen Entwicklungsschritt ansehen die Relativität aller Dinge zu leben.

Worauf ich hinaus will ist, dass dieser Schleier der Unwissenheit in gewisser Weise wirklich existiert. Er ist nicht nachträglich durch die Erinnerung konstruiert. Man kann ihn aber immer nur soweit sehen, wie er sich außerhalb des eigenen Wesens befindet. Alle verschleiernden Elemente, die einen von der Erkenntnis der Wahrheit abhalten, müssen erst einmal entfernt werden, um gesehen werden zu können. 

Man kann sich das vorstellen wie Plastikfolie, die in einem Aquarium treibt. Man kann sie nur sehr schwer erkennen, solange sie im Wasser ist. Erst wenn man sie heraus nimmt, ist sie sichtbar: mit ihren Tröpfchen und den Spiegelungen. Legt man sie wieder zurück, verschwindet sie wieder. So ist es auch mit dem Bewusstsein, das unbemerkt eingeschränkt wird, wenn verschleiernde Einflüsse wirksam sind.

Das Bewusstsein wird durch alle möglichen Dinge verschleiert. Nicht nur durch persönliche Einstellungen wie naive Obrigkeisthörigkeit, sondern auch durch geglaubte Falschinformationen. Drogen verändern das Bewusstsein ebenfalls; das ist der Kernzweck jeder Droge. Alkohol ist eine der Drogen, die unbestreitbar zu einer immensen Einschränkung des Bewusstseins führt. Das ist der Grund, warum man ihn gerne trinkt. Er lässt den Menschen unbewusst über seine Unzulänglichkeiten werden, sodass er sich anderen Leuten "selbstbewusst" öffnet – besser wäre zu sagen, er sei nun mehr von sich überzeugt.


Die Krux mit der Illusion
Was diesen Zustand ausmacht, ist also das Prinzip, dass etwas, das nicht da ist, auf illusionäre Weise so erscheint, als sei es vorhanden. Andererseits sind Dinge, die vorher bewusst waren, nun nicht mehr bewusst. Es wird also eine Welt wahrgenommen, wie sie eigentlich nicht ist. Und das ist der springende Punkt, der ohne weiteres auf alle anderen Drogen übertragen werden kann.

Auch bei dem Konsum von Cannabis treten bestimmte Dinge ins Bewusstsein, andere entfernen sich aus selbigem. Man befindet sich in einem künstlich induzierten Zustand. Was man in dem Zustand wahr nimmt ist – so schön es auch sein mag und so nah es auch an der Realität zu sein scheint – schlicht und ergreifend eine Illusion in dem Sinne, dass der erfahrene Zustand nicht natürlich ist.

Selbst, wenn Cannabis nur der Schlüssel zu einem realen Bereich der Realität wäre, so ist der Weg, der dorthin führt, ein illusorischer. Das ist vergleichbar damit, dass man entweder wirklich auf den Fidschi-Inseln ist, weil man dort hin gezogen ist oder, dass man nur zeitweilig in dem Glauben lebt, auf den Fidschi-Inseln zu sein. Der Unterschied ist selbstverständlich elementar.

Wenn man glaubt, man sei auf den Fidschi-Inseln, wird man nicht mehr versuchen dorthin zu reisen. Gerade dann, wenn man sich nicht über die Lüge dieser schönen Wahrnehmung bewusst ist. Doch auch im Bewusstsein über den illusionären Charakter der Erfahrung verdorrt die Motivation, die entsprechenden Schritte einzuleiten, um auf die Fidschi-Inseln zu kommen. Und wenn es nun auch noch darum geht auf die Fidschi-Inseln zu reisen, weil das der einzige Ort auf der Erde ist, von dem man sich in der herannahenden Zeit Sicherheit erhoffen kann, dann wird die Situation nur noch fataler.[1]


Die Motivation
Was motiviert jemanden dazu, Cannabis zu konsumieren? Auf einer der vielschichtigen Betrachtungsebenen konsumieren viele es schlicht und ergreifend deswegen, weil es ihnen einen Zustand beschert, nach dem sie sich sehnen. Doch vermittelt Gras wirklich dieses echte Gefühl der Glücksseligkeit, Freude oder Entspannung? Oder präsentiert es nur eine Zeit lang die Illusion, dass man in diesem Zustand wäre? Was macht man, wenn man keinen Mittler für dieses Gefühl mehr besitzt? Persönliche Erfolge bescheren einem ebenfalls Glücksgefühle. Diese sind nur von einem selbst abhängig. Doch im Fall von Cannabis ist man davon abhängig, über den Mittler zu dem angestrebten Gefühl zu verfügen.

Wie viel Zeit und Geld investiert man nun da hinein, dass man wieder in den Genuss dieses Gefühls kommt? Wird man irgendwann in diesem Gefühl bleiben können? Irgendwann genug gezahlt haben, um das, was man wollte, sein Eigen nennen zu können? Oder wird es einem wieder weggenommen – weil man es sich nicht verdient hat. Weil man nur kurz belogen werden wollte, dass es einfach wäre?


Der Ursprung der Illusion und Lüge
Welches Prinzip steckt dahinter Illusionen zu erschaffen? Welches Prinzip ist es, relativ zu Werten wie:
  • Wahrheit
  • Natürlichkeit
  • Liebe
  • Entwicklung
Fördert die Wahrheit Illusionen? Ist es natürlich, dass man sich falsche Vorstellungen über die Situation macht, in der man sich befindet? Würde ein Tier das tun, wenn es sich in Gefahr befindet; sich wie auch immer suggerieren, es sei im sicheren Bau seines Refugiums? Würde jemand, motiviert durch Liebe, wollen, dass sich das Objekt der Liebe falsche Vorstellungen über seinen momentanen Zustand macht? Würde er denjenigen Menschen davon abhalten, dass er sich entwickelt, indem er ihm suggeriert, er hätte sich schon entwickelt - aber immer nur so lange, wie er auch darauf, wovon dieser Zustand abhängig ist, zugreifen kann?

Cannabis vermittelt eine Illusion. Genauso wie Fernsehen und Rundfunk Illusionen erschaffen - Schule und Universität eine Illusion erzeugen. Sind wir aber einmal auf der Suche nach Wahrheit, sollten wir unser Bewusstsein nicht durch die Falschinformation über unsere emotionale und intelektuelle Verfassung vernebeln lassen wollen. Weil der Zustand, wenn man berauscht ist, so schön er auch ist (bzw. gerade weil er so schön ist), uns eine falsche Realität vermittelt, vernebelt er notwendigerweise unser Bewusstsein.

Und damit ist Cannabis nicht alleine. Auch Koffein, wie schon angesprochen wurde, verschafft uns die Illusion wach zu sein. Glutamat verschafft uns die Illusion, dass der Dreck den wir in uns rein stopfen, auch schmeckt. Und Parfüm verschafft dem Gegenüber die Illusion, dass die sich gegenüberstehenden Personen, vom Erbgut her betrachtet, zusammen passen würden.

Unsere Gesellschaft ist aufgebaut auf Illusionen, die wir nicht weiter hinterfragen. Wir leben mit der Lüge, sie ist unser ständiger Begleiter. Und die Akzeptanz von Illusionen ist auch dann gefährlich, wenn man über Bewusstsein des illusionären Charakters verfügt. Der Unterschied ist dann nur, dass man sich freiwillig einer natürlichen Entwicklung zur Beseitigung der negativen Umstände jeglicher Art, welche die Illusion ja erst schmackhaft machen, verweigert. Man zieht die Illusion einem persönlichen Wachstum vor.

Wenn man darauf hinweist, dass es sich bei Parfüm um einen das Bewusstsein schädigenden Faktor handelt, indem eine nicht existente Realität suggeriert wird, muss man auch anmerken, dass man nicht sofort alle Illusionen aus dem eigenen Leben verbannen können muss. Man kann bei schwerwiegenden solchen anfangen und seine Bestrebungen der Wahrheit näher zu kommen dann in allen Bereichen voran treiben, sodass man in dem neuen Verhalten auch wurzelt und nicht beim nächsten "Windhauch" direkt wieder zurückgeworfen wird.


Bewusstsein ist Anfang und Ende jeder Veränderung
Unser Bewusstsein von dessen Trübung zu befreien, ist das wichtigste, was wir machen können. Das Bewusstsein ist die Grundlage aller unserer Tätigkeiten, weil es bestimmt, welche Handlungen und Ziele wir verfolgen, wie wir die Dinge angehen und wie wir unsere aktuelle Situation bewerten. Haben wir ein getrübtes Bewusstsein, treffen wir falsche Entscheidungen. Ist es geläutert, haben wir Zugriff auf Kapazitäten, die uns sehr viel bessere Dienste erweisen. Und die brauchen wir heutzutage dringender denn je. Illusionen jeglicher Art sind der Wahrheitssuche hinderlich.

Und einer Sache kann man sich sicher sein, da spreche ich aus Erfahrung: Wenn man keine Drogen mehr nimmt, wird sich der eigene Zustand derartig verbessern, dass sie sowieso alle obsolet werden: Wer keinen Kaffee mehr trinkt, wird auch ohne ihn viel besser wach als mit ihm. Wer nicht mehr raucht, hat ruhigere Nerven als ein Raucher – obwohl der sich ja einredet, um seiner Nerven Willen zu rauchen.

Genauso ist es mit Cannabis. Die euphorischen Zustände werden in der Form zwar nicht mehr (so häufig) erreicht, dafür balanciert sich die emotionale Verfassung der Person aus und die Erkenntnis der Unzulänglichkeit der aktuellen Situation wird wieder zum Motor für Veränderung – nur so entsteht Motivation. Sie ist der Antrieb, den aktuellen Zustand zugunsten des Angestrebten, unter Aufwand teils nennenswerter Mühen, zu verlassen.

Und selbst, wenn es nicht so wäre: Die schmutzige Wahrheit wäre gesünder, als die purpurne Illusion. Doch, Gott sei Dank, ist sie nicht schmutzig. Nur der Schlammgraben den wir uns bei unserer Tiefengrabung in die Welt der Illusion selbst geschaufelt haben, und der uns von der Wahrheit trennt, ist schmutzig – da müssen wir erst einmal wieder durch: Die bekannten Entzugserscheinungen psychischer und körperlicher Natur, wobei dazu auch eine emotionale Reinigung gehört, während der negative Emotionen erneut durchlebt werden müssen.


Die Wahl – blaue oder rote Pille? Keine von beiden!
Nun denke man darüber nach, was einem lieber ist. Stillstand in Illusion und Betäubung oder Konfrontation mit unangenehmen Realitäten, aus denen die Motivation entsteht, die Umstände dauerhaft derart zu verändern, dass die Wahrheit der angenehmen Illusion in nichts mehr nachsteht.

Was man gewinnt ist unermesslich viel mehr Wert, als der beste Kaffee, das schmackhafteste Bier oder der edelste Joint. Und der Weg, den man gehen muss, braucht Liebe zur Wahrheit – sie müssen die Prüfsteine unserer Entscheidungen werden. Wie wir gesehen haben, widersprechen durch Drogen verursachte Illusionen beiden Maßstäben.


Die Drogennetzwerke der Schattenregierung
Wenn man bedenkt, dass so genannte Black-Budget Programme der amerikanischen Schattenregierung und der Geheimdienste anscheinend über den Verkauf von illegalen Drogen finanziert werden, kommen Zweifel auf, ob die öffentliche Dämonisierung der Drogen nicht erneut eine Form umgekehrter Psychologie ist und ein Weg, Gelder an den öffentlich kontrollierten Punkten vorbei zu schleusen. Selbst Wikipedia gesteht die massive Involvierung der CIA in den Drogenhandel ein.

Mit den Gewinnen werden Projekte finanziert, über deren Existenz die Öffentlichkeit nichts wissen darf. Abgesehen von den illegal erwirtschafteten Beträgen wird dazu noch das Volk kontrolliert, ruhig gestellt und je nach Substanz schleichend vergiftet und dezimiert. (zumindest im Falle von Heroin und ähnlichem - bei Cannabis treffen die letzten beiden Punkte nicht wirklich zu) Die Tatsache, dass amerikanische und andere ausländische Soldaten Opiumfelder in Afghanistan bewachen und sich der Drogenexport seit dem Einmarsch derselben vervielfacht hat, verwundert in dieser Hinsicht auch nicht mehr.

Somit werden uns Drogen verschiedener Art auch nicht deshalb vorenthalten, weil die gesellschaftliche Ordnung mit ihnen nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte – beispielsweise, weil die Menschen erkennen würden, was in unserer Gesellschaft schief läuft (Eine häufig angebrachte Einstellung bezüglich Cannabis) .Vielmehr funktioniert die niederländische Gesellschaft trotz toleriertem Cannabiskonsum recht gut. Gründe für das Verbot können auf tiefer gelegenen Ebenen mehrere genannt werden.

Durch das Verbot wird Neugier erzeugt. Jeder weiß, dass verbotene Dinge mehr Spaß machen, als gestattete. Möglicherweise ist der prozentuale Anteil der Cannabiskonsumenten an der Gesamtbevölkerung in den Niederlanden deswegen vergleichsweise gering. Hat man einen illegalen Markt geschaffen, hat man des Weiteren nicht nur regelmäßige, hohe Einkommen, sondern auch solche, die für Projekte Verwendung finden können, welche die Öffentlichkeit nicht gut heißen würde – teils, weil sie gegen dieselbe gerichtet sind. 

Selbstverständlich sind es nicht die Politiker-Marionetten, die solche Geschäfte leiten. Vielmehr sind es Gruppierungen im Hintergrund, die aber selbst auf jene Kreise zurückgehen, welche ihrerseits die Politik kontrollieren. Durch die Illusionen, welche erzeugt werden, kann das Volk ruhig gehalten werden. Sowohl durch Alkohol, als auch illegale Substanzen, die einen künstlichen Zustand der Zufriedenheit erzeugen.


Wahrheit ist das Ziel, Illusion der Feind
Unsere Bestrebung sollte darin liegen möglichst viele Irrtümer unseres Lebens zu hinterfragen und zu transformieren. Illusionen haben kein Bestandsrecht und deswegen sind wir auch dazu aufgefordert, unsere Überzeugungen stetig dem Prüfstein neuer Erkenntnisse zu übergeben. Es kann für unsere Suche nicht sinnvoll sein auf Illusionen zurück zu greifen, wie Drogen jeglicher Art sie uns bieten.

Wenn wir Hunger haben, sollten wir nach Möglichkeit Dinge essen, die uns mit Nährstoffen versorgen und nicht, aufgrund chemischer Zusatzstoffe, unserem Gaumen schmeicheln. Wenn wir Durst haben, sollten wir mineralarmes und kohlensäurefreies Wasser trinken, denn danach verlangt unser Körper. Und, wenn uns unser Entwicklungsfortschritt wichtig ist, dann verwirren wir unsere Motivationskraft nicht durch Substanzen, die den Antriebsmoment (aktueller Gemütszustand) manipulieren und damit zu abweichenden Zielvorstellungen (angestrebter Zustand) führen.

Und zu guter Letzt müssen wir bedenken, wohin unsere Macht mit unseren finanziellen Mitteln wandert, wenn wir illegale Drogen kaufen. In erster Linie werden damit teils menschenverachtende Kartelle unterstützt, andererseits sind viele Drogenringe von Geheimdiensten gedeckt um durch die Einkünfte ebenso menschenverachtende Aktionen zu ermöglichen.

Wir haben Macht über unser Leben und diese Macht ist die Kraft der Entscheidung. Entscheiden wir uns für Hass oder Liebe? Egoismus oder Altruismus? Illusion oder Wahrheit? Diese Fragen können wir für die alltäglichsten Entscheidungen nutzen und werden beginnen, hinter die Fassade unserer Kultur der Lüge zu blicken. Wir haben Potential mehr aus unserem Leben zu machen – Potential, mehr aus diesem Planeten zu machen! Fangen wir -heute- bei uns selbst an![2]



Anmerkungen
[1] Man kann das Gleichnis der Fidschi-Inseln sowohl mit einem im spirituellen Sinn gefestigten Charakter auflösen, als auch mit dem persönlichen Vermögen seinen Gemütszustand von rein äußerlichen, und damit unbeständigen, Faktoren zu entkoppeln.
[2] Ich habe früher selbst regelmäßig Alkohol und Kaffee getrunken. Ich habe täglich mindestens ein Big Pack Zigaretten geraucht und war mehrmals in der Woche bei einer Fast-Food Kette essen. Ich habe Gemüse verschmäht und Fertigpizza "geliebt". Für eine recht lange Zeit habe ich Cannabis konsumiert und gelegentlich auch mit anderen Substanzen experimentiert. Ich weiß also, worüber ich rede, wenn ich über den Konsum von Cannabis und anderen Drogen schreibe.
Mittlerweile habe ich seit drei Jahren nichts mehr zu mir genommen, was man als Droge bezeichnen könnte. Dazu zählen auch Kaffee und Cola. Seit drei Jahren lebe ich vegetarisch, seit fast zwei Jahren vegan und seit einem halben Jahr ausschliesslich von veganer Rohkost. Meine Lebensqualität nimmt stetig zu und ich möchte keine der Veränderungen mehr missen. 
Aller Anfang ist schwer, doch einmal ins kalte Wasser gesprungen, wird man merken, dass es leichter ist, als man befürchtet hatte. Mit einer wahrhaftigen Motivation und der aufrichtigen Bitte an Gott für Beistand, wird es ein Kinderspiel, Liebe und Wahrheit Einzug in das eigene Leben zu gewähren.


UPDATE:
Dieser kurze Film von Loriot fasst die Essenz des Beitrages noch einmal auf amüsante Weise zusammen.


Kommentare:

  1. sehr guter artikel erinnert mich ein bissssschen an die antwort auf meine frage haha

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  2. Wenn ich mit meiner Vermutung über deine Identität richtig liege, dann hast du natürlich Recht. Meine Antwort auf deine Frage war Grundlage des Artikels!

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  3. Tja.... Du sprichst mir insbesondere, was den Cannabis-Konsum angeht, aus dem Herzen. DANKE für die feinen Formulierungen. Ich war auf der Suche nach einem Beitrag für meinen Cannabis-"anhängigen" Freund aus der Schweiz.
    Toll geschrieben.
    ( ...die "veganische" Übertreibung nehm ich Dir nicht übel - Du kannst das machen wie Du willst...Solange Du Anderen das nicht aufzwingst )

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  4. Ja da hab ich ja nochmal Glück gehabt, dass du mir das nicht übel nimmst... .

    ;-)

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  5. Herzlichen Dank für diesen großartigen Artikel und alle anderen hier, soweit ich sie schon gelesen habe!
    Du sprichst mir wahrhaft aus der Seele. Vor sechs Jahren habe ich angefangen mit dem Aufhören mit Allem den Geist vernebelnden, illusorischen Stimulanzien, inkl. Aspartam, Mononatriumglutamat, Kopfschmerztabletten, Koffein, Nikotin, Alkohol, THC u. v. m. und muss Dir in allem voll zustimmen. Darüber hinaus habe ich so gut es geht kohlensäurehaltige Getränke (eben auch MINERALwasser), Zucker, Kuhmilch, Weizenmehl, Fisch, Fleisch und notwendiger Weise Mobilfunk / WLAN aus meinem Leben verbannt - und das nicht etwa wegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sondern aus wachsendem Bewusstsein heraus. Das nächste Teilziel wird wohl die Lichtnahrung sein :-D
    Toll! Ich kenne im "richtigen" Leben niemanden, der ebenso konsequent bis "extremistisch" ist wie ich. Daher freut es mich um so mehr aus Deinen Texten heraus lesen zu können, dass es doch tatsächlich Brüder im Geiste gibt ;-)
    Weiter so! Ich habe bisher selten ein Blog gefunden, dem ich so treu anhänge wie dem Deinen.
    Liebe Grüße
    Bernd

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  6. Vielen Dank für dein Feedback!

    Es freut mich, dass du diesen Weg gehst und auch, dass dir der Blog gefällt! Auch ich erkenne mich in deiner Beschreibung wieder, auch, wenn ich noch nicht ganz so lange so konsequent "dabei" bin!

    Alles Gute!

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  7. Wie meinst du das, die Uni würde eine Illusion erzeugen?

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  8. Universitäten fallen nicht gerade durch einen kritischen Geist auf, wie mir in meinem eigentlich grundlegend kritisch aufgebautem Studiengang immer wieder schmerzlich bewusst wird.
    Vielmehr wird hier die Systemlüge (größtenteils) unbewusst auf einem intellektuellen Level ebenso multipliziert, wie mit einem, jedoch stupiden, Hintergrundrauschen auf RTL2.

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  9. Ich sehe das Problem aber darin, dass man irgendwo nicht alles total kritisch sehen kann, sonst wird man noch verrückt. Einfach deshalb weil man total verunsichert ist am Ende.

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  10. Die Meinung ist beliebt, wird aber nicht durch empirische Evidenzen gestützt.

    Es handelt sich um eine beliebte Ausrede, dass man nicht allzuviel nachdenken muss. Das hat Arnold Gehlen, Nationalsozialist unter Hitler und Sozialwissenschaftler, auch schon so gesehen:
    Der Mensch braucht unhinterfragbare Richtlinien, damit er nicht durch Entscheidungsnotwendigkeiten überfordert ist.

    Diesen Geistes Kind ist so eine Einstellung also. Mit Selbstständigkeit hat das nichts zu tun. Mit Gemütlichkeit hat dieser Artikel allerdings - eingestanden - auch nichts gemein.

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